Was ist/will SoLaWi?

Beim Konzept der Solidarischen Landwirtschaft findet eine enge Zusammenarbeit zwischen den Erzeugern der Lebensmittel und denen, die sie essen, statt. Gemeinschaftlich wird der Anbau mithilfe eines Mitgliedsbeitrages finanziert, eine nachhaltige Produktion unterstützt und die gesamte Ernte geteilt. Nach einem Hagel gibt es weniger, bei guten Witterungsbedingungen dafür umso mehr! Das Risiko der landwirtschaftlichen Produktion wird so von der gesamten Gemeinschaft getragen. Weiterhin bekommen alle Mitglieder so hautnah den Jahresablauf in einer Landwirtschaft oder Gärtnerei mit und erhalten tiefen Einblick in den Anbau ihrer Salate, Tomaten, Steckrüben und die ganze Vielfalt von über 50 verschiedenen Gemüsekulturen. Gleichzeitig wird so auch ein intensiverer Kontakt zwischen Gärtnern und Begärtnerten ermöglicht.

Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) wird auf der Netzwerk-Homepage dargestellt (http://solidarische-landwirtschaft.org/konzept).

Weiterführende Gedanken als Auszug aus „Die post-revolutionäre Möhre. Hier und Jetzt“ von Jan-Hendrik Cropp, Mitglied der CSA Freudenthal, stellen beispielsweise einige charakteristische Grundzüge der post-kapitalistischen Prinzipien dar:

„Freiwilliges Beitragen und Schenken statt Tausch, Wert, Ware

  • Niemand muss, alle können nach ihren Fähigkeiten (u.a. finanziell) beitragen.
  • Bedürfnisse werden erhoben und ihnen entsprechend wird produziert. Daher werden den Leuten keine Waren mehr vor die Füße geschmissen, für die sie dann doch bitte auch ein Bedürfnis haben sollen; sondern Bedürfnisse werden formuliert und die Produktion wird dafür selbst organisiert.
  • Die Produkte haben keinen Tausch- bzw. Geldwert. Damit werden Dinge nicht abstrakt gleichgesetzt wie im Kapitalismus: Alles, was einen Euro kostet, ist gleich viel „wert“. Alles, was nix kostet, ist nix „wert“.
  • Daher entfällt Geld als primäre Wertschätzung und es kann mit neuen Formen der Wertschätzung experimentiert werden; durch Worte, Gesten und vor allem gegenseitige Verantwortung.

Freies Tätigsein statt abstrakter Arbeit in Konkurrenz

Tätigkeit wird zu Arbeit und Arbeit zur Last, wenn unsere Produkte auf dem Markt einen Wert erzielen müssen oder wir primär für einen Lohn arbeiten.
In unserem Projekt müssen wir beides nicht: Wir liefern keine normierten Waren und unsere finanziellen Bedürfnisse werden von vornherein abgedeckt.
Daher können wir Anbauweise und Arbeitsabläufe frei bestimmen, um unsere und die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen.
Kommt es zu Problemen, lösen wir diese nicht wie in der Gesellschaft der Vereinzelten mit dem Ellenbogen und dem „Ausschalten von Konkurrenten“ sondern durch kollektive Lösungsfindung.“

Im ausführlichen Artikel wird weiterhin auf entstehende Problemfelder hingewiesen.

Links zum Weiterlesen:

http://www.streifzuege.org/2011/die-post-revolutionaere-moehre-hier-und-jetzt
http://www.oya-online.de/article/read/631-Aus_freien_Stuecken.html

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